Die Arenberger
Die Arenberger in der Eifel
Zum 500 jährigen Jubiläum von Margaretha von der Marck Arenberg erinnert der Verein an das Herzogtum Arenberg und an eine Familie, deren Geschichte von Anfang an europäisch gedacht war. Die Arenberger gehörten zu den wenigen Häusern, die über Jahrhunderte hinweg in mehreren Regionen gleichzeitig präsent waren – im Rheinland, in den Niederlanden, in Belgien und an der Maas und später auch in Paris. Diese Mobilität war kein Zufall, sondern Ausdruck eines transnationalen Adels, der politische Stabilität, kulturellen Austausch und diplomatische Netzwerke über Grenzen hinweg schuf.
Der Stammsitz in der Eifel spielte dabei eine besondere Rolle: Mit dem Besitz des Arenbergs war die Reichsunmittelbarkeit verbunden – ein seltenes Privileg, das direkte Nähe zum Kaiser bedeutete und den Arenbergern eine Stimme im politischen Gefüge des Heiligen Römischen Reiches gab. Obwohl die Familie nie dauerhaft hier lebte, blieb der Ort ein Identitätskern, ein rechtlicher Anker und ein Symbol ihrer Stellung im deutschen Hochadel.
500 Jahre nach Margarethas Geburt zeigt sich: Die Arenberger waren ein europäisches Geschlecht, ein Netzwerk, das Politik, Kultur und Landschaften über Grenzen hinweg prägte.

Schon um 1300 vermutet man einen Burgturm auf dem Arenberg. Vieles deutet auf die Burgherren Arenberg in Köln hin, die dem Erzbischof gedient haben. Diese mittelalterliche Burg wurde von Margaretha von der Marck-Arenberg und ihrem Mann Jean de Ligne wurde dann ca. 1555 zu einem Renaissanceschloss ausgebaut. Ihr Enkel Karl, der Kapuzinermönch, baute zwischen 1630 und 1640 rund um das Schloss eine Sternfestung, um sich gegen die feindlichen Truppen zu schützen. Doch die Festung hielt nicht stand, die Franzosen eroberten 1682 den Berg, das Schloss und bevor sie es wieder verließen, sprengten sie die Festung in die Luft. Im 18. Jahrhundert entstand eine neue Anlage – ein kleines Barockschloss mit einer Gartenanlage. Doch in den Revolutionsjahren zwischen 1794 und 1798 wurde auch die Eifel besetzt und das Gebäude zerstört. Auf dem Berg baute man 1856 einen Gedenkturm, der heute von dem Verein Burgruine Arenberg e.V. gepflegt wird. Die Ruinen zerfallen immer mehr – aber sind im Gelände immer noch sichtbar. Wenn Sie noch mehr über die Geschichte der Arenbeger lesen wollen, empfehlen wir das Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler von 1989 mit Text von Peter Weber.
Warum heißt der Arenberg auf einmal Aremberg?
Das ist auf die Verwaltung der Preußen nach 1815 zurückzuführen. Es gab zwei Arenberg – eins in der Eifel und eins in der Nähe von Koblenz. Damit die Post nicht immer falsch zugestellt wurde, ordnete man an, dass die Arenberger aus dem N ein M machen und somit der Ort und der Berg Aremberg heißt. So ist es noch heute.
S.D. Herzog Leopold von Arenberg am Sitz der Arenberg Stiftung im Enghien/Edingen. Er spricht über seine Vision der Familie und über seiner Einsatz für die Geschichte und Europa.
Arenberg Stiftung
Die Arenberg Stiftung hat ihren Ursprung in der Familie von Arenberg – sie ist bekannt für ihr Engagement in verschiedenen Bereichen, darunter Bildung, Kultur und Philanthropie. Die Stiftung setzt dieses Erbe fort, indem sie verschiedene Projekte unterstützt, die zur Förderung von Bildung, Kunst und sozialen Belangen beitragen. Sie setzt sich ein für die Förderung der Geschichte und der Kultur Europas.
Auf der Webseite der Stiftung finden sich umfangreiche Informationen zur Geschichte des Geschlechtes, der Stammbaum mit Bildergalerie und eine Literaturliste.
Die Frauen des Geschlechts Arenberg
Das Buch „Arenberger Frauen. Fürstinnen, Herzoginnen, Ratgeberinnen, Mütter. Frauenschicksale im Hause Arenberg in sieben Jahrhunderten“ ist eine umfangreiche Publikation, die auf 400 Seiten die Lebensgeschichten von 28 Frauen des Hauses Arenberg über sieben Jahrhunderte hinweg beleuchtet. Es wurde von elf Autoren aus fünf europäischen Ländern erstellt.

Für die Entstehung dieses Werks waren jahrelange Recherchen und umfangreiche Studien in verschiedenen Archiven erforderlich, darunter in Wien, Brüssel, München, Düsseldorf, Karlsruhe, Besançon und Valencia. Dabei wurde deutlich, dass die Arenberger nicht nur in der Eifel, sondern auch in der großen Politik seit dem 17. Jahrhundert eine bedeutende Rolle spielten. Als Feldherren, Diplomaten und Ratgeber übten sie großen Einfluss in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und dem heutigen Belgien aus.
Heinz-Günther Borck, Direktor des Landeshauptarchivs Koblenz, betonte während der Vorstellung des Werks die „herrlichen Taten der Frauen, die im Verborgenen liegen“. Die Arenbergerinnen seien für ihre Klugheit, Tüchtigkeit und ihren Einfluss bekannt gewesen und hätten sich als geschickte Diplomatinnen erwiesen.
Herausgeber: Verlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz · ISBN: 9783931014711
Margaretha von der Marck-Arenberg spielte eine bedeutende Rolle dabei, dass sie und ihr Ehemann Wilhelm IV. von den Marken 1554 von Kaiser Karl V. zu „Gefürsteten Grafen“ erhoben wurden. Diese Standeserhebung war eine bedeutende Anerkennung ihrer herausragenden Verdienste und ihres Einflusses.
Der Titel „Gefürstete Grafen“ verlieh ihnen einen höheren Stand in der Hierarchie des Adels und gewährte ihnen zusätzliche Privilegien und Rechte. Margaretha spielte in den Niederlanden, im Rheinland und am Kaiserhof eine wichtige Rolle.